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und Jugenmedizin
Wuppertal
     
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Prof. Dr. Stefan Wirth
Dr. Philip Wintermeyer

Zentrum für Kinder- und
Jugendmedizin
HELIOS Klinikum Wuppertal
Universitšt Witten/Herdecke
Heusnerstr. 40,
42283 Wuppertal

Tel.: 0202-896 3833,
Fax: 0202-896 3834,
eMail: stefan.wirth@helios-kliniken.de

Hepatitis B - Virus  

Das Virus

Das Hepatitis-B-Virus gehört zur Familie der Hepadnaviridae, die ihren Namen aus "Hepar" und dem "DNA"-Genom erhält. Es enthält ein zirkuläres, teilweise doppelsträngiges Genom von ca. 3200 Basenpaaren. Bisher werden acht Genotypen unterschieden. Große Sequenzabschnitte kodieren für bis zu drei Strukturproteine wodurch das Virus eine sehr kompakte Bauweise erreicht und einen Durchmesser von nur 42 nm besitzt. Im Blut von infizierten Individuen finden sich drei Formen des Virus bzw. seiner Proteine. Das Virus selbst besteht aus einer Lipidhülle (HBsAg, surface), dem Kern (HBcAg, core) und der DNA. Es kann in Serumkonzentrationen von mehr als 109 Virionen pro Milliliter Serum nachweisbar sein. Darüberhinaus zirkulieren nicht infektiöse Hüllpartikel, deren Morphologie entweder sphärisch oder filamentös ist. Ihre Konzentrationen liegen um ein vielfaches höher (1013 bzw 1011/ml), wobei die Funktion jedoch weitgehend unklar ist. Ein Erklärungsmodell für ihre Existenz ist, daß sie eine Art falsche Zielscheibe für Antikörper des Wirtes darstellen, da sie gebunden werden und damit nicht für die Immunabwehr gegen das eigentliche Virus zur Verfügung stehen.

Um die Immunpathogenese des Virus zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass das Hepatitis-B-Virus, sofern es sich nicht um seltene Mutanten handelt (siehe Mutanten) per se nicht zytopathogen ist. Verantwortlich für die Zellschädigung ist vielmehr die Immunabwehr (zytotoxische-T-Lymphozyten und natürliche Killerzellen). Über virale Antigene, die auf der Hepatozytenmembran durch die Präsentation auf MHC-Klasse-II-Molekülen erkannt werden, wird die infizierte Zelle attackiert. Für extrahepatische Manifestationen der Infektion werden zum Teil zirkulierende Immunkomplexe verantwortlich gemacht.

Epidemiologie

Weltweit infizieren sich jährlich mehr als 50 Millionen Menschen mit dem Hepatitis B Virus; 1 Million sterben pro Jahr an den Folgen der Infektion. Fast die Hälfte der Weltbevölkerung wurde von HBV infiziert und 250-300 Millionen Menschen sind chronische Virusträger. Trotz der Entwicklung eines Impfstoffes stieg die Prävalenz von HBV, da dieser für den größten Teil der Weltbevölkerung bisher nicht zugänglich ist. In Nordeuropa beträgt die Prävalenz chronischer Träger 0,5-1%, in Südeuropa bis 2-5%.

Transmission und Prävention

Die prä- oder peripartale Übertragung ist nach der Einführung des Screenings von Blutkonserven im Kindesalter hierzulande der häufigste Übertragungsweg. Dabei wird eine intrauterine Übertragung bei 2-3% der vertikalen Transmissionen angenommen.
Bedeutender ist die Übertragung während und nach der Geburt durch Kontakt des Kindes mit mütterlichem Blut oder später durch Muttermilch in der Stillperiode. Ob ein Kind vertikal infiziert wird, hängt vom serologischen Status und der Viruslast der Mutter ab.
HBeAg-positive Mütter übertragen in ca. 90% die Infektion, während nur 20% der Neugeborenen von anti-HBe-positiven Müttern chronisch infiziert werden.

Die Ansteckung durch parenterale und perkutane Exposition mit Blut beispielsweise durch verunreinigte Nadeln von Drogenabhängigen oder bei Massenimpfungen in Ländern, in denen keine Einmalspritzen verwendet werden, ist noch ein beachtenswerter Infektionsweg. Ein weiterer wichtiger Infektionsweg ist die horizontale Übertragung. Hier ist die genaue Infektionsquelle in der Regel unbekannt. Die sexuelle Übertragung gewinnt in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter an Bedeutung.

Eine effektive Prävention ist seit Mitte der 80er Jahre durch die aktive Impfung möglich. Bei HBsAg-positiven Müttern wird der Säugling postpartal innerhalb der ersten 12 Stunden simultan passiv und aktiv geimpft. Bei bis zu 5% der Fälle kommt es dennoch zu einer chronischen Infektion. Diese resultiert aus Impfversagern, spezifischen HBV-Mutanten (siehe Mutanten) oder der zurückliegenden intrauterinen Infektion.